ETV Hamburg feiert zweiten Saisonsieg: Die Hamburgerinnen drehen das Aufsteiger-Duell in Borken nach verschlafenem Startsatz und gewinnen 3:1 (13:25, 25:16, 26:24, 28:26).
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungAufsteiger-Duell geht an Hamburg: ETV bezwingt Borken 3:1
Die ETV Hamburger Volksbank Volleys haben das erste Aufsteiger-Duell der Saison 2025/26 für sich entschieden. Am 5. Spieltag der 1. Volleyball Bundesliga Frauen setzten sich die Hamburgerinnen am Samstagabend in der Mergelsberg Sporthalle in Borken mit 3:1 (13:25, 25:16, 26:24, 28:26) gegen die gastgebenden Skurios Volleys Borken durch. Damit feierte der ETV den zweiten Saisonsieg und rehabilitierte sich für die Auftaktniederlagen gegen den USC Münster und die Ladies in Black Aachen.
Eine englische Woche mit Folgen
Für beide Teams war es das Ende einer anstrengenden englischen Woche. Während der ETV zuvor gegen Münster und Aachen angetreten war, hatte Borken es mit Allianz MTV Stuttgart und dem amtierenden Meister SSC Palmberg Schwerin zu tun gehabt. Die Skurios Volleys waren erst am Donnerstagmorgen um 2:30 Uhr von der Auswärtsfahrt aus Schwerin zurückgekehrt – entsprechend wenig Zeit blieb zur Regeneration. Dennoch zeigte das Team von Trainerin Danuta Brinkmann in der Anfangsphase eine starke Leistung.
Borken-Start nach Maß, dann die Wende
Der erste Satz gehörte ganz den Gastgeberinnen. Mit druckvollen Aufschlägen und einer stabilen Annahme dominierte Borken die Anfangsphase und ließ den Hamburgerinnen keine Chance. Der Satz ging mit 25:13 deutlich an die Skurios Volleys – die mitgereisten Fans des ETV dürften sich an diesem Punkt gefragt haben, ob ihre Mannschaft nach den Strapazen der Vorwoche überhaupt konkurrenzfähig sei.
Doch der ETV zeigte Moral. Unter der Regie des neuen Cheftrainers Markus Friedrich, der zuvor jahrelang als Co-Trainer von Borkens Ex-Coach Chang Cheng Liu gearbeitet hatte und die Borkener Mannschaft daher bestens kannte, fand Hamburg zunehmend besser ins Spiel. Im zweiten Durchgang drehte der ETV auf: Mit einer aggressiveren Aufschlagannahme und deutlich weniger Eigenfehlern setzten sich die Gäste früh ab und sicherten sich Satz zwei mit 25:16.
Enge Sätze entscheiden das Spiel
Die entscheidende Phase folgte im dritten Satz. Borken stemmte sich gegen die drohende Wende und lieferte sich mit dem ETV einen intensiven Schlagabtausch. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen, die Führung wechselte mehrfach. Am Ende behielten die Hamburgerinnen jedoch die Nerven und verwandelten den Satz mit 26:24 – ein dicker psychologischer Treffer für die Gastgeberinnen.
Im vierten Satz entwickelte sich erneut eine packende Partie auf Augenhöhe. Beide Teams schenkten sich nichts, die Führung pendelte hin und her. Borken wehrte mehrere Matchbälle ab und kämpfte sich immer wieder heran, doch der ETV blieb cool. Am Ende hieß es 28:26 für die Mannschaft aus der Hansestadt – der erste Auswärtssieg der Saison war perfekt.
Schwesternduell und Trainer-Wiedersehen
Das Spiel stand ganz im Zeichen der besonderen Verbindungen zwischen den beiden Klubs. Im Fokus stand das Schwesternduell der Konjer-Schwestern: Chaine Konjer (Zuspielerin bei Borken) und Zoe Konjer (Zuspielerin beim ETV) trafen bereits zum siebten Mal in einem Pflichtspiel aufeinander – und diesmal hatte die jüngere Hamburger Schwester die Nase vorn.
Zudem traf ETV-Coach Markus Friedrich, der nach langjähriger Tätigkeit als Assistent in Borken im Sommer nach Hamburg gewechselt war, erstmals als Cheftrainer auf seinen Ex-Klub. Das Insider-Wissen über die Borkener Spielanlage könnte ein entscheidender Faktor gewesen sein.
Bedeutung für die Tabelle
Für den ETV Hamburg war der Sieg enorm wichtig im Kampf um den Anschluss ans Mittelfeld. In einer Saison, in der die Liga auf zwölf Teams aufgestockt wurde – mit den drei Aufsteigern Borken, Hamburg und Flacht – sind direkte Duelle zwischen den Neulingen von besonderer Bedeutung. Die Skurios Volleys Borken hingegen verpassten es, nach den harten Partien gegen Stuttgart und Schwerin einen Heimsieg einzufahren, der für die Moral und den Klassenerhalt immens wertvoll gewesen wäre.
Fazit
Der ETV Hamburg bewies nach einem verschlafenen ersten Satz große Charakterstärke und drehte die Partie gegen einen wehrhaften Gegner. Die engen Satzverhältnisse im dritten und vierten Durchgang unterstrichen, dass der Abstand zwischen den beiden Aufsteigern minimal ist – am Ende machte die größere Nervenstärke in den entscheidenden Phasen den Unterschied.
Nächste Herausforderungen warten bereits: Der ETV empfängt in Kürze den Dresdner SC, während Borken auswärts beim VC Wiesbaden gefordert sein wird.
Rivalität seit 2020
Borken W vs ETV Hamburg W Direkter Vergleich· 7
Borken W und ETV Hamburg W trafen 7 Mal aufeinander — Borken W gewann 7 Mal, ETV Hamburg W 0 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2020 zurück. Borken W führt den Direktvergleich mit 7 Siegen aus 7 Begegnungen an. Insgesamt fielen 28 Tore in diesen Partien, im Schnitt 4.00 pro Spiel (21 für die Heimmannschaft, 7 für die Gäste). Beide Teams trafen in 6 Spielen (86%). In 7 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Borken W ist in den letzten 7 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 3–2 im Jahr 2021.
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API-Daten: 11. Juni 2026