SSC Palmberg Schwerin gewinnt 3:0 (25:18, 25:22, 25:14) beim insolventen VC Neuwied 77. Leana Grozer glänzt, Neuwied kämpft trotz Verletzungssorgen und Insolvenz-Schock beherzt.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungTabellenführer Schwerin lässt Neuwied keine Chance: 3:0-Auswärtssieg in emotionaler Partie
SSC Palmberg Schwerin hat seine weiße Weste im direkten Duell mit dem VC Neuwied 77 gewahrt und sich beim insolventen Aufsteiger mit 3:0 (25:18, 25:22, 25:14) durchgesetzt. Vor 250 Zuschauern in der Rhein-Wied-Halle zeigte der Tabellenführer seine Klasse, während Neuwied trotz einer verletzungsbedingt umgestellten Aufstellung eine kämpferisch ansprechende Leistung bot.
Rücklage mit Ansage
Die Ausgangslage vor diesem 11. Spieltag der 1. Volleyball Bundesliga Frauen hätte für die Deichstadtvolleys kaum ungünstiger sein können. Der VC Neuwied 77 hatte wenige Tage zuvor seine Insolvenz bekannt gegeben – zum Ende der Hauptrunde am 31. Januar 2024 würde der Spielbetrieb eingestellt werden müssen. Dazu gesellte sich eine endlose Niederlagenserie und der Ausfall der zuletzt erfolgreichsten Angreiferin Lydia Stemmler, die sich in Vilsbiburg an der Hand verletzt hatte und nur noch Autogramme geben, aber nicht mehr spielen konnte.
Trainer Tigin Yağlıoğlu bewies Kreativität in der Not: Kristin vom Schemm, die sich nach einer langwierigen Rückenverletzung noch immer keinen Sprungbelastungen aussetzen durfte, übernahm kurzerhand das blaue Libero-Trikot. Die etatmäßige Abwehrspezialistin Klara Single rückte dafür als Außenangreiferin in die Startformation – ein ungewohnter, aber mutiger Schachzug.
„In einem Vorbereitungsspiel hatte ich mal als Libera gespielt“, berichtete vom Schemm nach der Partie. „Es hat sich heute total gut angefühlt, trotz oder gerade wegen der anderen Aufgaben, es hat mir viel Spaß gemacht.“
Enger erster Satz – Schwerin behält die Oberhand
Entgegen aller Befürchtungen entwickelte sich kein einseitiges Spiel. Neuwied startete mutig und hielt vor allem im ersten Durchgang überraschend gut mit. Die umgestellte Annahmeformation um Single und vom Schemm sorgte für stabile Balleroberungen, die in gute Angriffschancen mündeten. Besonders Anna Hartig wusste auf der Außenposition zu überzeugen und erzielte wichtige Punkte. Zahlreiche lange Ballwechsel begeisterten die 250 Zuschauer in der Rhein-Wied-Halle und sorgten für Bundesliga-Atmosphäre.
Doch Schwerin wäre nicht Tabellenführer, wenn es nicht in allen Belangen die spielerische Überlegenheit besäße. Mit zunehmender Satzdauer setzte sich die Qualität des SSC durch. Am Ende hieß es 25:18 für die Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern – ein Satzgewinn, der letztlich souverän wirkte, aber durchaus härter erkämpft war, als es das Ergebnis vermuten ließ.
Neuwied kämpft, Grozer entscheidet
Der zweite Durchgang wurde zum Highlight der Partie. Die Gastgeberinnen spielten auf Augenhöhe mit dem Spitzenreiter, lagen zwischenzeitlich sogar in Führung und brachten die Schwerinerinnen in Bedrängnis. Beim Stand von 20:22 war ein Satzgewinn für Neuwied nicht ausgeschlossen – die Stimmung in der Halle näherte sich Bundesliganiveau.
Doch dann zeigte Schwerins Shootingstar ihre Klasse: Leana Grozer, die 16-jährige Tochter des ehemaligen Volleyballers des Jahres Georg Grozer und Enkelin des gleichnamigen Altnationalspielers, beendete den Satz mit einem an ihre Vorfahren erinnernden Angriffskracher und einem anschließenden Aufschlag-As zum 22:25. Die Jugendliche, die in dieser Saison mehr und mehr Spielzeit erhielt, untermauerte ihre Entwicklung als eines der vielversprechendsten Talente der Liga.
„Neuwied kann in Ansätzen guten Volleyball spielen, es fehlt aber noch etwas die Konstanz“, analysierte Schwerins Trainer Felix Koslowski nach dem Spiel. „Die Mannschaft kämpft und fightet, und als wir im zweiten Satz nicht alles mit aller Konsequenz erledigt haben, hat Neuwied auch spielerische Qualitäten gezeigt.“
Schwerin zieht davon
Im dritten Satz führten die Gastgeberinnen zwar noch mit 8:7, doch dann schaltete der Tabellenführer einen Gang hoch. Das Angriffsspiel um die starke Mittelblockerin Margareta Wolowicz, die als MVP der Partie ausgezeichnet wurde, lief nun wie geschmiert. Der SSC zog unaufhaltsam davon und ließ Neuwied beim 14:25 keine Chance mehr.
Rund 76 Minuten dauerte die Partie insgesamt – eine vergleichsweise kurze Spielzeit, die die klare Kräfteverteilung widerspiegelte, aber nicht die kämpferische Einstellung der Neuwiederinnen. Laura Broekstra, die später zur besten Neuwieder Spielerin gewählt wurde, glänzte mit erfolgreichen Blockaktionen und Schnellangriffen. Auch die junge Amelie Strothoff wusste besonders im zweiten Satz zu gefallen.
Respekt vom Tabellenführer
Felix Koslowski zeigte nach der Partie Verständnis für die schwierige Lage des Gegners. „Die erste Bundesliga ist ein sehr hartes Pflaster. Besonders, wenn man wie Neuwied den Sprung nach oben wagt und versucht, sich zu etablieren, braucht das einen langen Atem. Wir sind sehr traurig, dass es am Ende für Neuwied nicht dazu gereicht hat, lange in der Liga zu bleiben. Die Liga ist dieses Jahr sehr stark und ausgeglichen.“
Tatsächlich war es eines der besseren Spiele der Neuwiederinnen in dieser Saison. Die Mannschaft kämpfte, ein Satzgewinn war zumindest zeitweise möglich, und die Stimmung in der Halle war trotz der schwierigen Gesamtsituation gut. Die Zuschauer bedankten sich mit Applaus für den Einsatz ihrer Mannschaft.
Für Neuwied standen danach noch drei Heimspiele auf dem Programm, um Bundesliga-Atmosphäre zu genießen – darunter die Partie gegen die Ladies in Black Aachen am 4. Januar 2024. Schwerin hingegen festigte mit dem Sieg seine Spitzenposition in der Tabelle. Mit zwei Siegen und zwei Niederlagen aus vier Spielen stand der SSC zum Zeitpunkt der Partie mit 18 Punkten an der Tabellenspitze.
Spielstatistiken
| Kategorie | Neuwied | Schwerin |
|---|---|---|
| Sätze | 0 | 3 |
| Satz 1 | 18 | 25 |
| Satz 2 | 22 | 25 |
| Satz 3 | 14 | 25 |
| Spieldauer | 1:16 h | |
| Zuschauer | 250 |
MVP Schwerin: Margareta Wolowicz (★) Beste Neuwieder Spielerin: Laura Broekstra (C)
Schwerin-Aufstellung (Start): Pia Fernau (Z), Leana Grozer (D), Elles Dambrink (D), Indy Baijens (MB), Margareta Wolowicz (MB), Anna Pogany (L), Marie Hänle (D), Nova Marring (D), Hilkka Hujanen (D), Leandra Rixa Negri (D), Elisabeth Kettenbach, Pia Kästner
Neuwied-Aufstellung (Start): Carla Fuchs (Z), Kristin vom Schemm (L), Klara Single (AA), Amelie Strothoff, Maya Sendner, Anna Hartig, Laura Berger, Laura Broekstra (C, MB)
Schiedsgericht: Jennifer Hesse (1. Schiedsrichterin), Enrico Immig (2. Schiedsrichter) Linienrichter: Björn Sauer, Philipp Öevers Ort: Sporthalle des Rhein-Wied-Gymnasiums, Neuwied
Rivalität seit 2023
Neuwied W vs Palmberg Schwerin W Direkter Vergleich· 3
Neuwied W und Palmberg Schwerin W trafen 3 Mal aufeinander — Neuwied W gewann 0 Mal, Palmberg Schwerin W 3 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2023 zurück. Palmberg Schwerin W führt den Direktvergleich mit 3 Siegen aus 3 Begegnungen an. Insgesamt fielen 9 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.00 pro Spiel (0 für die Heimmannschaft, 9 für die Gäste). Beide Teams trafen in 0 Spielen (0%). In 3 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Palmberg Schwerin W ist in den letzten 3 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 3–0 im Jahr 2023.
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API-Daten: 11. Juni 2026