Ladies in Black Aachen besiegen VC Neuwied 77 vor 1.300 Zuschauern in der CGM-Arena Koblenz klar mit 3:0 (25:14, 25:18, 25:17)
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Spielanalyse
KI-ZusammenfassungLadies in Black Aachen lassen Neuwied keine Chance: 3:0-Sieg im ersten Free-TV-Heimspiel der Deichstadtvolleys
Koblenz – Historischer Volleyball-Abend in der CGM-Arena: Vor 1.300 Zuschauern – einem neuen Vereinsrekord für den VC Neuwied 77 – feierten die Ladies in Black Aachen einen ungefährdeten 3:0-Auswärtssieg (25:14, 25:18, 25:17). Das Spiel war zugleich das erste Free-TV-Spiel der Neuwieder Vereinsgeschichte, live übertragen von Sport1.
Ein Meilenstein für den VC Neuwied 77
Es war ein Abend, der in die Geschichte des VC Neuwied 77 eingehen sollte – und das nicht wegen des sportlichen Ergebnisses. Zum ersten Mal in der noch jungen Bundesligageschichte der Deichstadtvolleys übertrug ein Free-TV-Sender eine Partie des Tabellenschlusslichts. Die CGM-Arena in Koblenz, bereits im Januar beim Spiel gegen den SSC Palmberg Schwerin erfolgreich als Austragungsort getestet, bot die perfekte Kulisse.
Manager Manohar Faupel und sein Organisationsteam hatten ganze Arbeit geleistet: Cheerleader der „Heavenly Force Dancers“ aus Altenkirchen, ein DJ, eine LED-Wand für die Video-Challenge, ein Hallensprecherteam und Trommler – die Inszenierung hatte Erstliganiveau. Rund 60 Fans reisten im Großraumbus aus Aachen an, um ihr Team zu unterstützen. Die „Blaulichtfamilie“ aus Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr war ebenso eingeladen wie Schulen, Vereine und die Koblenzer Universitäten. Mit 1.300 Zuschauern stellte der VCN einen neuen Zuschauerrekord auf.
„Besser kann man Volleyball kaum präsentieren“, lobte Volker Herb, Geschäftsführer der CGM-Arena.
Doch sportlich war der Abend für die Gastgeberinnen eine ernüchternde Angelegenheit. Gegen die deutlich erfahreneren Ladies in Black aus Aachen, die im Kampf um die Playoff-Plätze standen, war der VCN von Beginn an chancenlos.
Satz 1: Eine Machtdemonstration der Ladies in Black
Der erste Satz geriet zur einseitigsten Angelegenheit des Abends. Die Aachenerinnen um Trainer Stefan Falter starteten furios und führten bereits mit 9:3, als Neuwieds Headcoach Tigin Yağlıoğlu zur ersten Auszeit gezwungen war. Annahme- und Abstimmungsprobleme plagten die jungen Gastgeberinnen, während die Gäste ihre Angriffe souverän und druckvoll Abschluss brachten.
„Vielleicht waren wir am Anfang des Spiels etwas nervös“, mutmaßte Yağlıoğlu später. Die Nervosität angesichts der großen Kulisse und der Live-Übertragung war den Neuwiederinnen deutlich anzumerken.
Aachen zog unaufhaltsam davon. Bei 24:10 hatten die Gäste bereits 14 Satzbälle – eine regelrechte Machtdemonstration. Bezeichnend: Fünf der zehn Neuwieder Punkte in diesem Satz resultierten aus Aufschlagfehlern der Aachenerinnen. Am Ende hieß es 25:14 – der klarste Satz des gesamten Spiels.
„Man muss sich immer wieder daran erinnern, dass man fokussiert bleibt“, erklärte LIB-Libera Annie Cesar nach dem Spiel gegenüber Sport1. „Man muss sich klar sein, dass man immer Vollgas geben muss.“
Satz 2: Neuwied stabilisiert sich, aber Aachen bleibt souverän
Der zweite Satz begann vielversprechender für die Deichstadtvolleys. Die Mannschaft um die auffällige Yasmine „Yassu“ Madsen fand besser ins Spiel und konnte das Match bis zum 9:12 offen gestalten. Die Abstimmungsprobleme aus dem ersten Durchgang waren weitgehend behoben, die Annahme stand stabiler.
Doch die spielerische und erfahrungsbedingte Überlegenheit der Gäste aus der Kaiserstadt setzte sich letztlich durch. Mitte des Satzes zog Aachen mit einem beeindruckenden Lauf auf 21:14 davon – die Vorentscheidung in diesem Durchgang. Neuwied wehrte sich tapfer, doch die individuellen Fehler, die Yağlıoğlu später beklagte, kamen stets zu ungünstigen Zeitpunkten.
„Es sind uns wieder Fehler passiert, die es Aachen dann leicht gemacht haben, ihre Trümpfe herunterzuspielen“, analysierte der Neuwieder Coach. „Das haben sie bei ihrer Souveränität und Qualität dann auch gemacht.“ Am Ende stand ein 25:18 für die Ladies in Black.
Der Satz verdeutlichte das grundlegende Problem der Deichstadtvolleys in dieser Saison: phasenweise durchaus konkurrenzfähig, aber nicht in der Lage, die Konstanz über einen gesamten Satz aufrechtzuerhalten.
Satz 3: Madsen brilliert, aber Aachen macht den Deckel drauf
Im dritten Durchgang wollte Neuwied noch einmal alles nach vorne werfen. Besonders Diagonalangreiferin Yasmine Bjarregard-Madsen zeigte eine herausragende Vorstellung. Die Dänin punktete ein ums andere Mal und zeigte genau die Aggressivität im Angriff, die man sich bei vielen ihrer Mitspielerinnen ebenfalls gewünscht hätte. Mit 14 Punkten im Angriff wurde sie zur wertvollsten Spielerin auf Neuwieder Seite und unterstrich ihre seit Wochen ansteigende Form.
Bis zum 7:7 hielten die Gastgeberinnen mit, kämpften sich sogar noch einmal auf 16:19 heran. Die 1.300 Zuschauer in der CGM-Arena wurden laut – für einen Moment schien die Sensation möglich. Doch Aachens Trainer Stefan Falter nahm eine gezielte Auszeit, die ihre Wirkung nicht verfehlte.
Nach dieser Unterbrechung machten die Aachenerinnen kurzen Prozess. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und der überragenden Jana Franziska Poll, die mit 16 Punkten zur Topscorerin des Spiels avancierte, zogen die Gäste auf 25:17 davon. Der dritte Satz, der dritte Sieg für die Ladies in Black – und die fünfte Niederlage in Folge für Neuwied.
Die Tabelle spricht eine deutliche Sprache
Mit diesem Ergebnis verharrte Neuwied nach 20 Spielen bei lediglich drei Punkten und einem einzigen Saisonsieg auf dem letzten Tabellenplatz. Die Mannschaft von Trainer Tigin Yağlıoğlu, die als Aufsteiger in die Saison gegangen war, zeigte zwar phasenweise ansprechende Ansätze, war aber der Konkurrenz in puncto Erfahrung, Physis und Konstanz meist unterlegen.
„Wir nehmen einige positive Dinge aus diesem Spiel als Orientierung mit. Vieles können und müssen wir besser machen. Hieran müssen wir nächste Woche weiter arbeiten“, gab sich Yağlıoğlu kämpferisch, aber realistisch.
Aachen hingegen festigte mit dem Auswärtssieg seinen Platz im oberen Tabellendrittel. Die Mannschaft von Stefan Falter, die mit einem Sieg aus den vorangegangenen fünf Spielen in die Partie gegangen war, fand gegen Neuwied zu ihrer Form zurück. „Ich bin stolz auf unser Team. Wir haben es durchgezogen. Wir nehmen jeden Gegner ernst“, betonte Libera Annie Cesar.
Ein Abend mit zwei Gesichtern
Die Bilanz dieses 16. Spieltags fällt für die Beteiligten zwiespältig aus. Organisatorisch haben die Deichstadtvolleys ihre Reifeprüfung mit Bravour bestanden. Dass 1.300 Zuschauer den Weg in die CGM-Arena fanden, zeigt das Potenzial des Frauen-Volleyballs in der Region Mittelrhein. Die Zusammenarbeit mit den „Heavenly Force Dancers“ und die breite Einbindung von Schulen, Vereinen und Blaulichtorganisationen zeigen, dass der VC Neuwied 77 als einziger Frauen-Erstligist in Rheinland-Pfalz eine Leuchtturmfunktion für den gesamten Volleyball-Standort hat.
Sportlich bleibt jedoch viel Arbeit. Das junge Team – mit Spielerinnen wie der 21-jährigen Sina Stöckmann, Maya Sendner und Laura Berger – sammelt in dieser Saison wertvolle Erfahrung, die langfristig Früchte tragen soll. Die mangelnde Konstanz und die Abstimmungsschwierigkeiten in entscheidenden Phasen sind typische Wachstumsschmerzen eines Bundesliga-Neulings.
Die personelle Situation bleibt angespannt: Der Kader mit Carla Fuchs, Yasmine Madsen, Linda Andersson, Pia Fuchs, Sina Fuchs, Kristin vom Schemm, Sina Stöckmann, Elisabeth Kettenbach, Laura Berger, Klara Single, Alice Turmovich und Maya Sendner ist jung und lernwillig, aber in der Breite nicht tief genug besetzt, um über die volle Distanz einer Bundesliga-Saison mit den Topteams mitzuhalten.
Ausblick: Lehrstunden für den VCN
Bereits eine Woche später, am 18. Februar 2023, gastierten die Deichstadtvolleys bei den Roten Raben Vilsbiburg – erneut eine Partie, in der Neuwied als krasser Außenseiter antrat. Die Spiele gegen die Topmannschaften der Liga werden für den VCN in dieser Saison weiterhin Lehrstunden sein, aus denen das Team für die kommenden Jahre lernen muss.
Für Aachen ging es unterdessen Schlag auf Schlag weiter im Kampf um die Playoff-Positionen. Mit dem souveränen Sieg beim Tabellenletzten erfüllten die Ladies in Black ihre Pflichtaufgabe und zeigten, dass sie gegen schwächere Gegner keine Punkte liegen lassen wollen – ein wichtiges Signal im engen Rennen um die besten Ausgangspositionen für die Meisterrunde.
Das Spiel in der CGM-Arena war ein weiterer Mosaikstein in der Entwicklung des VC Neuwied 77. Der sportliche Erfolg ließ zwar an diesem historischen Abend auf sich warten, doch der Weg, den die Deichstadtvolleys eingeschlagen haben – professionelle Strukturen, ein Event-Charakter für die Spiele und die Einbindung der gesamten Region – ist vielversprechend.
Rivalität seit 2021
Neuwied W vs Aachen W Direkter Vergleich· 5
Neuwied W und Aachen W trafen 5 Mal aufeinander — Neuwied W gewann 0 Mal, Aachen W 5 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2021 zurück. Aachen W führt den Direktvergleich mit 5 Siegen aus 5 Begegnungen an. Insgesamt fielen 15 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.00 pro Spiel (0 für die Heimmannschaft, 15 für die Gäste). Beide Teams trafen in 0 Spielen (0%). In 5 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Aachen W ist in den letzten 5 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 0–3 im Jahr 2024.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 11. Juni 2026
