Allianz MTV Stuttgart besiegt NawaRo Straubing auswärts mit 3:0 (25:16, 25:14, 25:20) – Tabellenführer souverän in emotionaler Partie nach Straubinger Insolvenzantrag.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungNawaRo Straubing W vs Stuttgart W — 0:3 — Spielbericht
Stuttgart souverän: Tabellenführer lässt Straubing in emotionaler Partie keine Chance
Allianz MTV Stuttgart hat seine Tabellenführung in der 1. Volleyball Bundesliga der Frauen eindrucksvoll untermauert. Der Spitzenreiter gewann am 14. Spieltag der Saison 2022/23 bei NawaRo Straubing mit 3:0 (25:16, 25:14, 25:20) und feierte einen ungefährdeten Auswärtssieg in der turmair Volleyballarena.
Die Partie stand unter ganz besonderen Vorzeichen: Nur zwei Tage zuvor hatte NawaRo Straubing Insolvenzantrag gestellt. Die wirtschaftliche Schieflage zwang den Verein, ohne Chefcoach Lukasz Przybylak und bereits drei abgewanderte Stammspielerinnen anzutreten – mehrere Spielerinnen aus der eigenen Zweiten Mannschaft rückten in den Kader auf.
Die Ausgangslage: Straubing kämpft ums Überleben
Mit 36 Punkten aus 20 Spielen reiste Stuttgart als souveräner Tabellenführer nach Niederbayern. Der Vorsprung auf Verfolger SC Potsdam betrug einen Punkt – jedes Spiel war im Kampf um die Playoff-Ausgangsposition entscheidend. Straubing hingegen stand auf dem zwölften und letzten Tabellenplatz, noch dazu belastet von der Insolvenznachricht, die zwei Tage zuvor für Schlagzeilen gesorgt hatte.
Doch die Straubinger Fans ließen ihr Team nicht im Stich. Mit Plakaten zeigten sich auch die mitgereisten Stuttgarter Anhänger solidarisch mit dem Gegner – eine Geste, die die besondere Atmosphäre dieses Abends prägte.
„Es ist sehr tragisch, dass Straubing jetzt den Insolvenzantrag stellen musste. Sie haben heute nochmal gezeigt, dass das hier ein ganz toller Standort für den Volleyball ist, gerade mit der Jugendarbeit. Ganz großes Kompliment heute an diese Leistung, so dagegenzuhalten.“ — Luisa Keller (Stuttgart) nach dem Spiel
Satz 1: Stuttgarter Dominanz von Beginn an
Trainer Tore Aleksandersen schonte einige Stammkräfte und startete ohne Rivers, Segura und Schölzel. Stattdessen erhielten Luisa Keller, Barbara Wezorke und Alexis Hart von Beginn an das Vertrauen. Der Plan ging voll auf: Alexis Hart eröffnete die Partie mit zwei schnellen Punkten, und Stuttgart zog durch einen gemeinsamen Block von Eline Timmermans und Luisa Keller früh auf 8:2 davon.
Britt Bongaerts läutete per eigener Blockaktion die technische Auszeit ein. Stuttgart agierte konzentriert, ließ kaum Eigenfehler zu und baute die Führung kontinuierlich aus. Besonders Luisa Keller zeigte sich in bestechender Form – ihr Tip zum 15:7 war nur einer von mehreren Glanzpunkten. Auch beim 17:8 bediente Bongaerts die junge Außenangreiferin mustergültig, die den Ball resolut im Straubinger Feld versenkte. Am Ende machte Keller mit dem 25:16 den Deckel auf den ersten Durchgang.
Satz 2: Rotation und Durchschlagskraft
Im zweiten Satz brachte Aleksandersen Marie Schölzel für Eline Timmerman sowie Simone Lee. Stuttgart legte wieder los wie die Feuerwehr. Den ersten selbst erzielten Punkt nach vielen Straubinger Fehlern markierte Luisa Keller per Service-Winner zum 6:4. Marie Schölzel punktete anschließend per Einbeiner.
Mitte des Satzes setzte sich der Favorit dann endgültig ab. Simone Lee und Alexis Hart kamen mit ihren Angriffen immer wieder durch, und Luisa Keller pritschte den Ball clever an den Straubinger Block – 16:8 zur zweiten technischen Auszeit. Doch trotz der klaren Führung ließ Stuttgart nicht nach. Simone Lee wehrte stark ab, Keller verwandelte zum 19:8. Drei Straubinger Eigenfehler in Serie besiegelten schließlich den 25:14-Satzgewinn.
Satz 3: Straubings letztes Aufbäumen
Nach der obligatorischen Zehn-Minuten-Pause zeigte sich Straubing von einer ganz anderen Seite. Der dritte Satz war deutlich enger als die beiden vorangegangenen. Maria Segura, die nun ebenfalls Einsatzzeit bekam, stellte per Tip zunächst auf 5:2 und krachend auf 7:3. Doch die jungen Straubingerinnen bewiesen bemerkenswerte Moral und hielten dagegen.
Kurz vor der technischen Auszeit heizte ein spektakulärer Ballwechsel die ohnehin schon prächtige Stimmung in der Arena weiter an. Die Straubinger Fans standen bedingungslos hinter ihrem Team – und die in Schwarz spielenden Gastgeberinnen belohnten die Unterstützung mit einer furiosen Aufholjagd. Plötzlich stand es 19:19.
Doch dann übernahm Eline Timmerman das Kommando. Die spätere MVP stopfte den Ball zunächst ins Feld, blockte anschließend zum 22:19 und stellte die Stuttgarter Führung wieder her. Für die letzten Punkte zeichnete sich erneut Luisa Keller verantwortlich – die 21-Jährige mit der Nummer 16 beendete das Spiel mit dem 25:20-Endstand.
Fazit: Stuttgart mit Durchmarsch, Straubing mit Moral
Für Stuttgart war es der zwölfte Sieg im 13. Aufeinandertreffen mit Straubing – der Tabellenführer blieb damit auf Meisterkurs und sammelte wichtiges Selbstvertrauen für das bevorstehende Champions-League-Duell gegen Lodz sowie das Topspiel gegen Schwerin.
Straubing hingegen zeigte trotz der personellen und wirtschaftlichen Krise eine ansprechende kämpferische Leistung und wurde vom Publikum mit grandioser Unterstützung belohnt. Die Stimmung in der turmair Volleyballarena war elektrisierend – ein Abend, der zeigte, wie wertvoll der Volleyballstandort Straubing für die Bundesliga ist.
„Dieser Standort ist ganz wichtig für die Volleyball-Bundesliga. Und die Atmosphäre heute hatte definitiv Gänsehaut-Feeling.“ — Luisa Keller
MVP der Partie: Eline Timmerman (Stuttgart) Top-Scorerin Stuttgart: Luisa Keller
Tabellenrelevanz
Durch den Sieg baute Stuttgart seine Spitzenposition in der 1. Bundesliga Women weiter aus (19 Siege aus 20 Spielen, 36 Punkte). Straubing verblieb auf dem letzten Platz, zeigte aber eine moralisch wertvolle Leistung, die Hoffnung auf eine sportlich erfolgreichere restliche Saison machte – auch wenn die Insolvenz und der mögliche Lizenzentzug über dem Verein schwebten.
Rivalität seit 2015
NawaRo Straubing W vs Stuttgart W Direkter Vergleich· 13
NawaRo Straubing W und Stuttgart W trafen 13 Mal aufeinander — NawaRo Straubing W gewann 1 Mal, Stuttgart W 12 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2015 zurück. Stuttgart W führt den Direktvergleich mit 12 Siegen aus 13 Begegnungen an. Insgesamt fielen 41 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.15 pro Spiel (5 für die Heimmannschaft, 36 für die Gäste). Beide Teams trafen in 2 Spielen (15%). In 13 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Stuttgart W ist in den letzten 6 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 1–3 im Jahr 2021.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 11. Juni 2026