SSC Palmberg Schwerin gewinnt das Hauptrunden-Finale gegen Allianz MTV Stuttgart mit 3:2 und setzt ein Statement vor den Playoffs der Saison 2017/18.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungSpitzenreiter Stuttgart verliert Last-Minute-Krimi in der SCHARRena
Zum Abschluss der Hauptrunde der Saison 2017/18 lieferten sich Allianz MTV Stuttgart und der SSC Palmberg Schwerin ein packendes Duell in der Stuttgarter SCHARRena. Vor 1.800 Zuschauern und live auf Sport1 übertragen, setzten sich die Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern am Ende mit 3:2 (25:20, 22:25, 25:22, 22:25, 15:13) durch – ein Ergebnis, das die gesamte Klasse dieser beiden Spitzenteams widerspiegelte.
Ausgangslage: Stuttgart bereits Tabellenführer, Schwerin unter Druck
Für die Gastgeberinnen ging es um nichts mehr – zumindest tabellarisch. Allianz MTV Stuttgart hatte sich bereits vor dem letzten Spieltag den ersten Tabellenplatz in der regulären Saison gesichert, ein Novum in der Vereinsgeschichte. Mit neun Siegen in neun Rückrundenspielen war das Team von Cheftrainer Giannis Athanasopoulos in einer bestechenden Form.
Der Druck lag dagegen eindeutig bei den Gästen aus Schwerin. Der amtierende deutsche Meister musste in Stuttgart punkten, um die Chancen auf den zweiten Tabellenplatz zu wahren. Nach einer überraschenden Heimniederlage gegen den VC Wiesbaden am vorherigen Spieltag waren die Mecklenburgerinnen ins Hintertreffen geraten und befanden sich im Fernduell mit dem Dresdner SC um Platz zwei.
Erster Satz: Stuttgart dominiert nach Startschwierigkeiten
Die Gastgeberinnen erwischten den besseren Start und zeigten von Beginn an, warum sie die Tabelle anführten. Femke Stoltenborg, die niederländische Zuspielerin, dirigierte das Stuttgarter Spiel mit viel Übersicht und variabler Verteilung. Die Außenangreiferinnen um Krystal Rivers nutzten die gut herausgespielten Bälle konsequent und setzten Schwerins Abwehr immer wieder unter Druck.
Zur technischen Auszeit führte Stuttgart bereits deutlich. Schwerin fand nur schwer ins Spiel und leistete sich einige Abstimmungsprobleme in der Annahme. Die Gäste kämpften sich zwar heran, doch Stuttgart behielt die Oberhand und sicherte sich den ersten Satz mit 25:20.
Zweiter Satz: Schwerin schlägt zurück
Im zweiten Durchgang präsentierte sich der SSC Palmberg Schwerin von einer ganz anderen Seite. Die Mannschaft von Trainer Felix Koslowski stabilisierte ihre Annahme und konnte sich nun vermehrt auf ihre starken Angreiferinnen verlassen. Louisa Lippmann, die diagonale Punktelieferin der Schwerinerinnen, fand immer besser in die Partie und traf aus nahezu jeder Position.
Auch Nationalspielerin Jennifer Geerties und die Ungarin Greta Szakmáry brachten ihre Erfahrung ein und entlasteten das Angriffsspiel der Gäste. Stuttgart hatte zunehmend Probleme, den Schweriner Block zu durchbrechen. Schwerin erarbeitete sich einen knappen Vorsprung, den die Gastgeberinnen nicht mehr aufholen konnten. Mit 25:22 glich Schwerin zum 1:1 aus.
Dritter Satz: Nervenspiel bis zur Entscheidung
Der dritte Satz entwickelte sich zum spannendsten Durchgang der Partie. Beide Mannschaften lieferten sich intensive Ballwechsel, die die Zuschauer immer wieder von den Sitzen rissen. Stuttgart startete furios und lag früh mit mehreren Punkten in Führung. Die Abwehr um Libera besiegelte so manchen Angriffsversuch der Gäste.
Doch Schwerin steckte nicht auf. Mit einer Mischung aus cleveren Angriffsvarianten und starken Aufschlägen kämpfte sich der SSC Punkt für Punkt heran. Beim Stand von 22:22 war die Partie völlig offen. Stuttgart behielt jedoch in den entscheidenden Momenten die Nerven, erkämpfte sich zwei Satzbälle und verwandelte den zweiten zum 25:22-Satzgewinn.
Vierter Satz: Stuttgarts Comeback-Versuch scheitert
Mit dem Rücken zur Wand zeigte Schwerin seine ganze Meister-Qualität. Die Gäste begannen den vierten Satz konzentriert und entschlossen. Der Block um Mittelblockerin Izabela passte sich hervorragend auf das Stuttgarter Angriffsspiel ein und erzielte wichtige Punkte. Schwerin setzte sich früh ab und ließ sich auch von einer Auszeit der Gastgeberinnen nicht aus dem Rhythmus bringen.
Stuttgart kämpfte sich zurück und glich beim Stand von 20:20 tatsächlich noch aus. Die Halle tobte. Doch Schwerin zeigte sich unbeeindruckt, spielte die entscheidenden Punkte souverän zu Ende und erzwang mit 25:22 den Tiebreak.
Tiebreak: Schwerin behält die Nerven
Der fünfte Satz war ein Spiegelbild der gesamten Partie: hart umkämpft, hochklassig und nervenaufreibend. Stuttgart startete mit einem kleinen Vorsprung, den Schwerin jedoch postwendend egalisierte. Beim Seitenwechsel lagen die Gäste knapp vorn.
Beim Stand von 12:12 war alles offen. Die Stuttgarter Angreiferinnen um Krystal Rivers sahen sich einem undurchdringlichen Schweriner Block gegenüber. Auf der Gegenseite bewies Louisa Lippmann einmal mehr ihre Klasse und verwandelte die entscheidenden Angriffe. Mit zwei Punkten Vorsprung brachte Schwerin den Sieg unter Dach und Fach – 15:13 hieß es am Ende aus Gästesicht.
Bedeutung für die Tabelle und Playoffs
Mit diesem Sieg sicherte sich der SSC Palmberg Schwerin wichtige Punkte im Rennen um den zweiten Tabellenplatz. Ausgerechnet in Stuttgart, wo der Tabellenführer zuvor alle Rückrundenspiele gewonnen hatte, zeigte der amtierende Meister seine Champion-Qualitäten. Der Sieg war ein kräftiges Ausrufezeichen vor den anstehenden Playoffs, in denen beide Teams als Topfavoriten galten.
Für Allianz MTV Stuttgart war es die erste Niederlage in der Rückrunde – eine schmerzhafte, aber keinesfalls existenzbedrohende Pleite. Die Schwäbinnen gingen als Tabellenführer in die K.o.-Spiele und hatten sich zudem das Heimrecht in den Playoffs gesichert.
Die Playoffs starteten eine Woche später, am 17. März 2018. Sowohl Stuttgart als auch Schwerin galten neben dem Dresdner SC als die heißesten Anwärter auf die deutsche Meisterschaft. Am Ende sollte es der SSC Palmberg Schwerin sein, der sich den Titel sicherte – die zwölfte Meisterschaft der Vereinsgeschichte.
Spielerinnen des Spiels
Auf Seiten der Gäste ragte Louisa Lippmann als beste Angreiferin heraus. Die Diagonalangreiferin traf in den entscheidenden Momenten und war der unumstrittene Rückhalt ihres Teams. Jennifer Geerties überzeugte mit ihrer Konstanz in der Annahme und im Angriff.
Bei Stuttgart zeigte Krystal Rivers trotz der Niederlage eine starke Leistung. Die US-Amerikanerin war nicht zuletzt aufgrund ihrer spektakulären Angriffe eine der auffälligsten Spielerinnen auf dem Feld. Femke Stoltenborg bewies einmal mehr ihr Gespür für das richtige Tempo und die ideale Zuspielverteilung.
Fazit
Das letzte Hauptrundenspiel der Saison 2017/18 war ein würdiger Abschluss einer hochklassigen Saison. Stuttgart und Schwerin lieferten sich ein Fünf-Satz-Spektakel, das die ganze Klasse des deutschen Frauen-Volleyballs zeigte. Der SSC Palmberg Schwerin bewies seine Meistermentalität, während Stuttgart trotz der Niederlage die beeindruckendste Hauptrunde der Vereinsgeschichte abgeschlossen hatte.
Rivalität seit 2010
Stuttgart W vs SC Schweriner W Direkter Vergleich· 50
Stuttgart W und SC Schweriner W trafen 50 Mal aufeinander — Stuttgart W gewann 22 Mal, SC Schweriner W 28 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2010 zurück. SC Schweriner W führt den Direktvergleich mit 28 Siegen aus 50 Begegnungen an. Insgesamt fielen 192 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.84 pro Spiel (85 für die Heimmannschaft, 107 für die Gäste). Beide Teams trafen in 31 Spielen (62%). In 50 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Stuttgart W ist in den letzten 7 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 3–2 im Jahr 2019.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 11. Juni 2026