Smart Allianz Stuttgart besiegte Köpenicker SC Berlin am 17. März 2012 mit 3:2 und sicherte sich damit am letzten Hauptrundentag den letzten Playoff-Platz.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungStuttgart erzwingt Playoffs: 3:2-Krimi gegen Köpenick am letzten Hauptrundentag
Es war ein echtes Finale vor dem Finale – und Smart Allianz Stuttgart behielt die Nerven. Am 17. März 2012 empfing der Tabellenachte in der SCHARRena Bad Cannstatt den punktgleichen Verfolger Köpenicker SC Berlin zum Duell um den letzten Playoff-Platz. Mit einem 3:2 (25:23, 22:25, 25:20, 20:25, 15:12)-Erfolg sicherten sich die Stuttgarterinnen den Einzug in die Meisterrunde und beendeten die Saison des Köpenicker SC.
Alles oder nichts in der SCHARRena
Eine Woche vor dem letzten Spieltag war das Tableau noch völlig offen. Stuttgart lag mit 13:15 Punkten auf Rang acht – exakt gleichauf mit dem Köpenicker SC. Die Berlinerinnen hatten zudem das Hinspiel in der eigenen Halle mit 3:2 (15:13 im Entscheidungssatz) für sich entschieden und den besseren direkten Vergleich auf ihrer Seite. Für Stuttgart gab es daher nur eines: ein Sieg musste her, um die Saison noch zu retten.
Die Ausgangslage war klar. Wie die SportRegion Stuttgart vor dem Spiel konstatierte, handelte es sich um ein „Quasi-Endspiel“ – der Gewinner würde in die Playoffs einziehen, der Verlierer die Saison vorzeitig beenden. Die Stuttgarterinnen standen entsprechend unter Druck, zumal sie eine Woche zuvor beim VfB Suhl mit 1:3 verloren hatten, während der Köpenicker SC gegen Spitzenreiter Vilsbiburg immerhin achtbar agierte und mit 0:3 unterlag.
Ein wilder Ritt über fünf Sätze
Die Partie in der SCHARRena begann nervenaufreibend. Vor heimischem Publikum erwischte Stuttgart den besseren Start und sicherte sich Satz eins mit 25:23 – eine knappe Führung, die Hoffnung machte. Köpenick zeigte jedoch keine Anzeichen von Einschüchterung. Im zweiten Durchgang kämpften sich die Berlinerinnen zurück, nutzten ihre starken Aufschläge und glichen mit 25:22 zum 1:1 aus.
Nach dem Satzausgleich legte Stuttgart noch einmal eine Schippe drauf. Mit 25:20 gewannen die Gastgeberinnen den dritten Satz und stellten auf 2:1. Nun fehlte nur noch ein Satz zum Playoff-Einzug. Doch der Köpenicker SC, der schon im Hinspiel seine Moral bewiesen hatte, schlug zurück. Mit 25:20 erzwangen die Berlinerinnen den Tiebreak – Stuttgart musste noch einmal alle Reserven mobilisieren.
Entscheidung im Tiebreak
Der fünfte Satz wurde zur Nervenprobe. Punkt um Punkt kämpften beide Teams, wobei die Stuttgarterinnen diesmal das glücklichere Ende für sich hatten. Mit 15:12 entschied Stuttgart den Tiebreak für sich und brachte den 3:2-Gesamtsieg unter Dach und Fach. Der Jubel in der SCHARRena kannte keine Grenzen: Stuttgart hatte das „Endspiel“ gewonnen und sich damit das Ticket für die Playoffs gesichert.
Die Stuttgarter Zeitung resümierte treffend: „Die Frauen von Smart Allianz Stuttgart haben gerade noch die Play-offs der Bundesliga erreicht. Sie besiegten den Köpenicker SC Berlin 3:2.“
Bedeutung für die Saison 2011/12
Der Sieg war für Stuttgart von enormer Bedeutung. Die Mannschaft von Trainer Jan Lindenmair hatte eine durchwachsene Hauptrunde gespielt und stand lange Zeit im Mittelfeld. Dass man sich am letzten Spieltag noch den achten Platz und damit den letzten Playoff-Platz sichern konnte, war ein wichtiger Erfolg für den Verein, der sich in jenen Jahren als Pokalsieger 2011 einen Namen gemacht hatte.
Für den Köpenicker SC hingegen bedeutete die Niederlage das vorzeitige Saisonaus. Die Berlinerinnen, die ebenfalls punktgleich mit Stuttgart in den letzten Spieltag gegangen waren, verpassten die Playoffs denkbar knapp – und das, obwohl sie das Hinspiel gegen Stuttgart gewonnen hatten.
Rückblick auf das Hinspiel
Das Hinspiel in Berlin war ebenfalls eine enge Kiste gewesen. Am 26. Oktober 2011 setzte sich der Köpenicker SC vor heimischem Publikum mit 3:2 durch, wobei der Entscheidungssatz mit 15:13 an die Gastgeberinnen ging. Die damalige 3:2-Heimniederlage der Stuttgarterinnen war am Ende der Hauptrunde der Grund, warum sie diesmal unbedingt gewinnen mussten – der direkte Vergleich sprach für Köpenick.
Ausblick auf die Playoffs
Mit dem 3:2-Sieg im Rücken zog Stuttgart in die Playoff-Viertelfinalserie ein, wo die Mannschaft auf einen der Topclubs der Liga traf. Für den damaligen Deutschen Pokalsieger von 2011 war allein das Erreichen der Meisterrunde ein Erfolg – und die Mannschaft hatte bewiesen, dass sie unter Druck bestehen konnte.
Der Köpenicker SC hingegen beendete die Saison auf Platz neun und musste eine Spielzeit mit Höhen und Tiefen verdauen. Immerhin hatte man bis zum Schluss um die Playoffs mitgespielt – und erst am letzten Spieltag den Kürzeren gezogen.
Rivalität seit 2009
Stuttgart W vs Kopenicker Berlin W Direkter Vergleich· 15
Stuttgart W und Kopenicker Berlin W trafen 15 Mal aufeinander — Stuttgart W gewann 11 Mal, Kopenicker Berlin W 4 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2009 zurück. Stuttgart W führt den Direktvergleich mit 11 Siegen aus 15 Begegnungen an. Insgesamt fielen 61 Tore in diesen Partien, im Schnitt 4.07 pro Spiel (41 für die Heimmannschaft, 20 für die Gäste). Beide Teams trafen in 10 Spielen (67%). In 15 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 3–2 im Jahr 2016.
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