SC Potsdam verliert dramatische Partie gegen SWE Volley-Team Erfurt mit 2:3 nach 2:1-Satzführung. Der Aufsteiger aus Thüringen zeigt Nervenstärke im Tiebreak.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungNervenstärke entscheidet: SWE Volley-Team Erfurt bezwingt SC Potsdam im Tiebreak
Potsdam – In einer dramatischen und eigenartig verlaufenden Partie hat der SC Potsdam am 20. März 2011 vor rund 500 Zuschauern in der Sporthalle Heinrich-Mann-Allee eine 2:1-Satzführung verspielt und sich dem Aufsteiger SWE Volley-Team Erfurt mit 2:3 (25:15, 17:25, 17:25, 25:18, 13:15) geschlagen geben müssen.
Satz für Satz: Eine Achterbahnfahrt
Die Partie begann ganz nach dem Geschmack der 450 Potsdamer Fans in der Halle. Der SC Potsdam dominierte den ersten Satz nach Belieben und ließ Erfurt beim 25:15 kaum eine Chance. Derart erdrückend war die Überlegenheit der Gastgeberinnen, dass Erfurts Trainer Heiko Herzberg beim Zwischenstand von 20:12 bereits eine Auszeit nehmen musste – aus der sich die mental sichtlich angeschlagene Erfurter Mittelblockerin Juliane Hoppe mit Tränen verabschiedete.
Doch der Aufsteiger aus der thüringischen Landeshauptstadt kam eindrucksvoll zurück. Die zweite und dritte Runde gingen jeweils mit 25:17 an das SWE Volley-Team, das nun nach Belieben schaltete und waltete. Potsdam wirkte nach dem klar gewonnenen Auftaktdurchgang wie in trügerischer Sicherheit gewiegt.
Der vierte Satz schien die Ordnung wiederherzustellen: Der SC Potsdam führte zwischenzeitlich schon mit 21:12 und gewann das Segment souverän mit 25:18. Es war bemerkenswert, dass zwischen den beiden Tabellennachbarn – die sich vom Leistungsvermögen her kaum etwas nahmen – bis zum Tiebreak hinweg keine wirklich spannenden Satzausgänge zu verzeichnen waren.
Im entscheidenden fünften Durchgang behielten die Gäste dann die Nerven und setzten sich mit 15:13 durch. Insgesamt 107 Minuten reine Spielzeit dauerte die Begegnung.
„Es war für uns ganz wichtig, hier zu punkten“
Für SWE-Volley-Team-Trainer Heiko Herzberg stand nach dem Schlusspfiff fest: „Es war für uns ganz wichtig, hier zu punkten. Egal wie.“ Der Erfolg in der Fremde war für den Aufsteiger von enormer Bedeutung im Kampf um den Klassenerhalt.
Auf Potsdamer Seite herrschte hingegen Frust. „Mit Recht“, antwortete SC-Trainer Volker Knedel auf die Frage nach der Auszeichnung von Anika Zülow als vielseitigste Spielerin des SC Potsdam, „denn mit ihr sind wir noch einmal sehr gut in die Partie zurückgekommen.“ Zülow war erst im vierten Satz ins Geschehen eingegriffen und hatte maßgeblichen Anteil an der furiosen Aufholjagd der Gastgeberinnen.
Die besseren Nerven
„Die Spannbreite zwischen anschaulich gemachter Souveränität und tiefgreifender Verunsicherung war selten einmal so groß wie in diesem Spiel“, analysierte Volker Knedel nach der Partie. In keinem der wichtigen volleyballerischen Elemente hatte der SC Potsdam deutlich auszumachende Nachteile. Erfurt war in der Endphase schlichtweg nervlich stabiler – nicht besser.
Knedel hatte bereits im Vorfeld der Partie eine übersteigerte Erwartungshaltung des Publikums angedeutet und sah sich nach der Niederlage bestätigt. Das Spiel machte einmal mehr deutlich, dass der SC Potsdam mit Blick auf eine Zukunft in der 1. Bundesliga etwas gegen seine Größennachteile unternehmen müsste.
Tabellensituation
Durch die Niederlage verpasste es der SC Potsdam, sich als Tabellenzehnter weiter von der unmittelbaren Abstiegszone abzusetzen. Das Team war zu diesem Zeitpunkt punktgleich mit dem SV Sinsheim und dem Köpenicker SC Berlin.
Das SWE Volley-Team Erfurt hingegen tankte durch den wichtigen Auswärtssieg Selbstvertrauen im Abstiegskampf. Der Aufsteiger, der in der Vorsaison 2009/10 noch als Meister der 2. Bundesliga Nord aufgestiegen war, kämpfte in seiner Premierensaison in der höchsten deutschen Spielklasse um den Klassenerhalt.
Ausblick
Vier Tage zuvor hatte Potsdam noch einen 3:1-Erfolg in Sinsheim gefeiert – damals allerdings als Nutznießer eines ähnlichen Phänomens: Die Süddeutschen gewannen den ersten Satz mit sechs Punkten Vorsprung, brachten hinterher aber kaum noch etwas zustande. Am Ende der Saison 2010/11 belegte der SC Potsdam den zehnten Platz, während das SWE Volley-Team Erfurt als Tabellen-13. den direkten Wiederabstieg hinnehmen musste.
Schweriner SC wurde in jener Saison sensationell Deutscher Meister – der achte Titel der Vereinsgeschichte.
Endstand: SC Potsdam W – SWE Volley-Team W 2:3 (25:15, 17:25, 17:25, 25:18, 13:15)
Rivalität seit 2010
Potsdam W vs SWE Volley-Team W Direkter Vergleich· 6
Potsdam W und SWE Volley-Team W trafen 6 Mal aufeinander — Potsdam W gewann 5 Mal, SWE Volley-Team W 1 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2010 zurück. Potsdam W führt den Direktvergleich mit 5 Siegen aus 6 Begegnungen an. Insgesamt fielen 19 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.17 pro Spiel (15 für die Heimmannschaft, 4 für die Gäste). Beide Teams trafen in 1 Spiel (17%). In 6 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Potsdam W ist in den letzten 5 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 3–1 im Jahr 2016.
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