SC Potsdam besiegt VT Aurubis Hamburg 3:2 (20:25, 27:25, 25:21, 18:25, 15:13) in einem dramatischen Fünfsatzkrimi der 1. Bundesliga Frauen 2010/2011 und feiert einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungNervenschlacht in Potsdam: SC Potsdam bezwingt VT Aurubis Hamburg mit 3:2
Am 21. Spieltag der 1. Bundesliga Frauen 2010/2011 lieferten sich der SC Potsdam und der VT Aurubis Hamburg in der Sporthalle Heinrich-Mann-Allee einen packenden Fünfsatzkrimi. Die Gastgeberinnen setzten sich am Ende mit 3:2 (20:25, 27:25, 25:21, 18:25, 15:13) durch — ein Sieg, der im Abstiegskampf der Saison 2010/11 enorm wichtig war.
Vorgeschichte: Potsdam im Umbruch
Der SC Potsdam ging mit reichlich Rückenwind in diese Partie — zumindest, was die Moral betraf. Nur 19 Tage vor dem Spiel hatte sich der Verein von Cheftrainer Michael Mertens getrennt, nachdem eine 1:3-Heimniederlage gegen den USC Münster das Fass zum Überlaufen gebracht hatte. Der damalige Co-Trainer Volker Knedel, hauptberuflich Lehrer für Mathematik und Geographie, übernahm die sportliche Verantwortung. „Wir wollen nicht absteigen“, gab Knedel vor dem Spiel als klares Ziel aus. Die Mannschaft um die Kapitäninnen Ramona Stucki und Patricia Grohmann zeigte sich entschlossen, die schwierige personelle Situation sportlich zu kompensieren.
Hinzu kam, dass Hamburg die erste Begegnung der Saison am 5. Dezember 2010 mit 3:1 für sich entschieden hatte. Die Mannschaft von Trainer Jean-Pierre Staelens reiste also mit breiter Brust nach Potsdam.
Satz 1: Hamburg startet druckvoll
Der erste Satz gehörte klar den Gästen aus der Hansestadt. VT Aurubis Hamburg erwischte den besseren Start, setzte Potsdam früh unter Druck und nutzte eine Schwächephase der Gastgeberinnen gnadenlos aus. Mit starken Aufschlägen und einer soliden Blockarbeit sicherte sich Hamburg den Durchgang souverän mit 25:20. Besonders Lousian Penha de Souza und Kathy Radzuweit machten in dieser Phase deutlich, dass die Hanseaten nicht als Punktelieferanten nach Potsdam gekommen waren.
Satz 2: Die Wende im Tiebreak
Der zweite Satz wurde zur ersten großen Prüfung für die Nerven beider Teams. Potsdam steigerte sich merklich, kämpfte verbissen um jeden Punkt und ließ sich auch von einem zwischenzeitlichen Rückstand nicht entmutigen. Die Mannschaft von Volker Knedel zeigte Moral, wehrte mehrere Satzbälle ab und entschied den Durchgang mit 27:25 für sich — eine denkbar knappe Angelegenheit, die das Spiel endgültig in eine hochspannende Richtung lenkte. Der 27:25-Erfolg war der emotionale Wendepunkt der Partie.
Satz 3: Potsdam übernimmt die Führung
Gestärkt durch den knappen Satzgewinn legte Potsdam im dritten Durchgang nach. Die Gastgeberinnen agierten nun deutlich sicherer in der Annahme und belohnten sich mit konsequenten Angriffen. Patricia Grohmann (24 Angriffspunkte bei 50 % Erfolgsquote) und Laura Weihenmaier erwiesen sich als verlässliche Optionen im Angriff. Hamburg geriet zunehmend in Bedrängnis, und Potsdam zog auf 25:21 davon — 2:1-Satzführung für die Mannschaft aus Brandenburg.
Satz 4: Hamburg schlägt zurück
Doch der VT Aurubis Hamburg bewies, warum man zu diesem Zeitpunkt der Saison auf dem neunten Tabellenplatz rangierte. Mit einer konzentrierten Leistung, allen voran durch Lousian Penha de Souza (24 Angriffspunkte) und Paulina Gomulka, dominierten die Gäste den vierten Satz nahezu nach Belieben. Hamburg ließ Potsdam kaum Raum zur Entfaltung und gewann deutlich mit 25:18. Damit war der Fünfsatz-Endspurt perfekt.
Satz 5: Nervenstärke im Entscheidungssatz
Der Tiebreak war an Dramatik kaum zu überbieten. Beide Teams schenkten sich nichts, die Führung wechselte mehrfach. Am Ende behielten die Gastgeberinnen die Nerven und entschieden den Durchgang mit 15:13 für sich. Chantal Laboureur, die im fünften Satz eine starke Leistung zeigte, und Zuspielerin Sandra Sydlik hielten die entscheidenden Momente zusammen.
Spielanalyse: Statistische Besonderheit
Eine kuriose Randnotiz: Potsdam gewann das Spiel, obwohl der SC mit 105:109 insgesamt weniger Punkte erzielte als Hamburg — ein Phänomen, das im Volleyball möglich ist, wenn die entscheidenden Sätze knapp an das siegreiche Team gehen. Die Annahmequote war mit 58 % (14 % Perfekt) bei Potsdam leicht besser als Hamburgs 53 % (18 % Perfekt). Entscheidend war jedoch die Blockarbeit: Potsdam verbuchte 15 Blockpunkte, Hamburg kam auf 10.
Tabellenkontext
Mit diesem wichtigen Heimsieg festigte der SC Potsdam den zehnten Tabellenplatz (16 Punkte aus 21 Spielen) und schaffte etwas Luft auf die Abstiegsränge. Hamburg blieb mit 20 Punkten auf Rang neun und verpasste es, den Anschluss an die obere Tabellenhälfte zu halten.
Fazit
Der 3:2-Erfolg gegen VT Aurubis Hamburg war für den SC Potsdam unter Interimstrainer Volker Knedel ein wichtiges Ausrufezeichen. Die Mannschaft demonstrierte Moral, Kampfgeist und die Fähigkeit, auch in Drucksituationen die Nerven zu behalten — Eigenschaften, die in der entscheidenden Phase der Saison Gold wert sein würden.
Rivalität seit 2010
Potsdam W vs Hamburg W Direkter Vergleich· 13
Potsdam W und Hamburg W trafen 13 Mal aufeinander — Potsdam W gewann 5 Mal, Hamburg W 8 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2010 zurück. Hamburg W führt den Direktvergleich mit 8 Siegen aus 13 Begegnungen an. Insgesamt fielen 53 Tore in diesen Partien, im Schnitt 4.08 pro Spiel (23 für die Heimmannschaft, 30 für die Gäste). Beide Teams trafen in 10 Spielen (77%). In 13 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2016.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 11. Juni 2026