Menu
1 Bundesliga WomenSaison 2009

Sinsheim W vs SC Schweriner W

9. Januar 2010 um 19:00
Heim

Sinsheim W

03
Auswärts

SC Schweriner W

AI

Der Schweriner SC besiegt den SV Sinsheim auswärts mit 3:0 (25:17, 25:19, 25:19). Sinsheim vergibt eine Führung im dritten Satz und kassiert die zweite 0:3-Niederlage in Folge.

Spielanalyse

KI-Zusammenfassung

Schweriner SC deklassiert ersatzgeschwächten SV Sinsheim 3:0

Sinsheim – Der deutsche Meister Schweriner SC hat seine Pflichtaufgabe beim Aufsteiger SV Sinsheim souverän, aber nicht ohne Mühe gelöst. Am Samstagabend setzten sich die Norddeutschen in der Messehalle 6 mit 3:0 (25:17, 25:19, 25:19) durch und untermauerten damit ihre Spitzenposition in der 1. Bundesliga Frauen. Für den SV Sinsheim war es die zweite 0:3-Niederlage in Folge – und eine, die vor allem im dritten Satz bittere Erkenntnisse hinterließ.

Personalnot vor dem Anpfiff

Schon vor dem Spiel war klar, dass es für den Bundesliga-Neuling schwer werden würde. Trainer Rudi Sonnenbichler musste auf gleich drei Stammkräfte verzichten. Alina Bondar hatte sich im Trainingslager in Tailfingen die Hand an der Bustür eingeklemmt, Mittelblockerin Nora Götz laborierte an einem Virusinfekt, und Außenangreiferin Kathrin Neumaier – zuletzt als „Player of the Match“ ausgezeichnet – fiel wegen einer Nervenentzündung im Rücken aus. „Sie konnte gar nichts mehr machen. Sie hat keinen einzigen Ball gespielt“, sagte Sonnenbichler vor der Partie.

Der 62-jährige Coach war erst am Freitag aus seinem Heimaturlaub in Mittenwald zurückgekehrt und hatte die Mannschaft seitdem nur telefonisch betreut. „Mein Assistent Jürgen Vorsatz und ich haben mehrmals täglich telefoniert“, berichtete er. Der Wiedereinstieg war hart.

Schwerin mit der Qualität des „FC Bayern des Volleyballs“

Auf der anderen Seite des Netzes stand eine Mannschaft, die Sonnenbichler selbst als „FC Bayern des Volleyballs“ bezeichnete. Der Schweriner SC bot mit Rekordnationalspielerin Sylvia Roll, der niederländischen Mittelblockerin Caroline Wensink und der ehemaligen Sinsheimerin Lisa Thomsen eine Ansammlung an Klasse, die für den Aufsteiger eine Nummer zu groß schien.

Satz 1: Nervöser Start, dann Stabilisierung

Der erste Satz begann denkbar ungünstig für die Gastgeberinnen. Schwerin dominierte von Beginn an, Sinsheim fand kaum ins Spiel und lag schnell mit 12:21 zurück. Immerhin: Der Aufsteiger steckte nicht auf, kämpfte sich Punkt für Punkt heran und verkürzte auf 17:25 – ein Achtungserfolg gegen den überlegenen Meister.

„Nach nervösem Start hatte sich der Aufsteiger gesteigert“, bilanzierte die Lokalpresse. Der Rückstand war am Ende freundlicher, als er zwischenzeitlich ausgesehen hatte.

Satz 2: Sinsheim hält mit – aber zu unbeständig

Im zweiten Durchgang zeigte der SV Sinsheim sein bis dahin bestes Gesicht. Mit 4:1 legten die Kraichgau-erinnen vor, kämpften sich nach einem 7:11-Rückstand auf 13:13 zurück. Die Partie war ausgeglichener, die Stimmung in der Halle kochte. Doch die individuelle Klasse des Meisters setzte sich am Ende durch: Schwerin zog davon und sicherte sich den Satz mit 25:19.

Satz 3: Die große Chance und der Kollaps

Der dritte Satz wurde zum Drama. Sinsheim steigerte sich noch einmal, spielte befreit auf und lag plötzlich mit 15:10 und 18:16 vorn. Der erste Satzgewinn gegen den haushohen Favoriten war greifbar nah, die Messehalle 6 bebte. Doch dann brach das Spiel der Gastgeberinnen komplett ein. Schwerin nutzte die sich bietenden Chancen eiskalt aus, während Sinsheim reihenweise Eigenfehler produzierte.

Am Ende reichte es für den SV Sinsheim nur noch zu einem einzigen Punkt – 19:25 hieß es aus Sinsheimer Sicht. „Die mussten gar nichts mehr machen. Die haben nur von unseren Fehlern gelebt, während wir die Bälle in die Prärie geschlagen haben“, schimpfte ein sichtlich enttäuschter Rudi Sonnenbichler nach der Partie. „Man muss auch mal den Arsch in der Hose haben und etwas riskieren. Wir haben zwölf nette Mädels, die jetzt aufwachen müssen.“

Kapitänin Prus: „So stark waren die jetzt auch nicht“

Besonders ärgerlich war die Niederlage für Spielführerin Julia Prus, die mit bandagiertem Arm und Bein kämpferisch voranging. „So stark waren die jetzt auch nicht“, fand die Kapitänin und legte den Finger in die Wunde: „Wenn uns die Leute im Training sehen würden, würden sie nur dorthin kommen statt zum Spiel. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Wir zeigen nicht das, was wir können.“

Prus forderte mehr Verantwortung von ihren Mitspielerinnen: „Irgendwann muss man auch mal Verantwortung übernehmen. Wir müssen jetzt die nächste Stufe erreichen.“

Ausblick: Richtungsweisendes Duell in Aachen

Bereits am Mittwoch, 20 Uhr, muss der SV Sinsheim bei Alemannia Aachen ran – ein Spiel, das Trainer Sonnenbichler als „das wichtigere Spiel“ bezeichnete. „Auf dieses Spiel haben wir im Trainingslager hingearbeitet“, sagte er und verglich den Leistungssport mit einer Steilwand: „Man darf keine Höhenangst haben, wenn man fast am Ziel ist. Man muss auch mal riskieren, runterzufallen.“

Mit nun 10:12 Punkten (10 Siege, 12 Niederlagen) steht der SV Sinsheim weiterhin auf dem zehnten Tabellenplatz. Der Abstand zu den unteren Rängen ist noch komfortabel, doch die jüngsten Auftritte mahnen zur Vorsicht. Schwerin hingegen festigte mit dem ungefährdeten Auswärtssieg seine Position an der Tabellenspitze und bleibt dem selbsternannten Ziel – der erneuten deutschen Meisterschaft – auf der Spur.


Quellen: STIMME.de (Heilbronner Stimme), vmv24.de, Betmana-Datenarchiv

Rivalität seit 2010

Sinsheim W vs SC Schweriner W Direkter Vergleich· 5

Sinsheim W und SC Schweriner W trafen 5 Mal aufeinander — Sinsheim W gewann 0 Mal, SC Schweriner W 5 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2010 zurück. SC Schweriner W führt den Direktvergleich mit 5 Siegen aus 5 Begegnungen an. Insgesamt fielen 16 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.20 pro Spiel (1 für die Heimmannschaft, 15 für die Gäste). Beide Teams trafen in 1 Spiel (20%). In 5 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. SC Schweriner W ist in den letzten 5 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 3–1 im Jahr 2010.

Sinsheim W
0
Siege
Unentschieden
0
·
SC Schweriner W
5
Siege
Tore gesamt
16 · 3.2/Spiel
Beide getroffen
1/5 · 20%
Über 2,5
5/5 · 100%

Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.

API-Daten: 11. Juni 2026