Homberg und Kleve steigen nach einem dramatischen 1:2 gemeinsam aus der Oberliga Niederrhein ab – Ismanovski dreht das Spiel mit einem Doppelpack.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungEin Spiel, zwei Absteiger: Homberg und Kleve müssen runter
Der 34. und letzte Spieltag der Oberliga Niederrhein 2025/26 bescherte eine seltene Dramaturgie: Im direkten Duell zwischen dem VfB Homberg und dem 1. FC Kleve fuhren beide Teams nach 90 Minuten als Verlierer vom Platz – nicht nur wegen des 1:2 (1:0) aus Homberger Sicht, sondern weil der Abstieg in die Landesliga auf beiden Seiten besiegelt war.
Rund 600 bis 1.000 Zuschauer hatten sich am Nachmittag des 7. Juni im PCC-Stadion von Duisburg eingefunden. Die Stimmung war angespannt, die Vorzeichen denkbar kompliziert. Homberg musste nicht nur gewinnen, sondern auch auf Schützenhilfe von Büderich und Frintrop hoffen. Kleve wiederum hätte ein Remis gereicht, doch auch bei einem Sieg entschieden erst die Ergebnisse der Konkurrenz über den Ligaverbleib.
Homberg startet furios, Kleve schlägt eiskalt zurück
In einer munteren ersten Halbzeit mit viel Tempo auf beiden Seiten erwischten die Gastgeber den besseren Start. Homberg nutzte eine Drangphase der Gäste zur kalten Führung: Julian Bode versenkte das Leder im unteren Eck und brachte den VfB in der 29. Minute mit 1:0 in Front. „Die erste Halbzeit war so, wie wir uns das auch eigentlich vorgestellt haben, das muss man ganz klar so sagen", bilanzierte Hombergs Interimstrainer Tobias Schiek nach der Partie.
Kleve hatte vor der Pause durch Dario Gerling noch eine dicke Chance zum Ausgleich, ließ diese aber ungenutzt. Zur Halbzeit lag Kleve folgerichtig mit 0:1 zurück – ein Ergebnis, das nur trügerische Hoffnung nährte. Auf den anderen Plätzen spitzte sich die Lage für Homberg bereits zu: Frintrop führte zur Pause mit 3:0, Büderich lag 2:1 vorn.
Ismanovski-Doppelpack entscheidet das Spiel
Nach dem Wiederanpfiff erhöhte Kleve das Tempo. Hombergs Versuch, defensiver zu agieren, ging nach hinten los. „Wie es manchmal so ist, geht das leider in die falsche Richtung", sagte Schiek. In der 53. Minute war es Juliano Ismanovski, der mit einem sehenswerten Solo-Lauf durch die Homberger Abwehr und einem Lupfer ins Netz das 1:1 erzielte.
Nur zwei Minuten später schlug Ismanovski erneut zu. Sein zweiter Treffer in der 55. Minute bedeutete die 2:1-Führung für Kleve – ein Doppelschlag innerhalb von 180 Sekunden, der das Spiel endgültig drehte. „Das war so ein bisschen ein Spiegelbild der Saison, glaube ich. Zehn schlechte Minuten, wo man nicht ganz so auf dem Posten ist, und Kleve nutzt diese eiskalt", resümierte Hombergs Kapitän Justin Walker nach Schlusspfiff.
Beide rutschen in die Landesliga
Obwohl Kleve noch einmal Hoffnung schöpfte, wurde parallel auf den anderen Plätzen immer klarer, dass beide Teams den Gang in die Landesliga antreten müssen. Die DJK Adler Union Frintrop siegte mit 3:0 gegen Blau-Weiß Dingden, der FC Büderich gewann 3:1 gegen die Sportfreunde Baumberg – zwei Ergebnisse, die für Hombergs vorzeitiges Aus sorgten. Für Kleve war damit ebenfalls Schluss, selbst der Sieg änderte nichts mehr am Abstieg.
„Wir sind nicht allein in diesem Spiel abgestiegen. Ich glaube, das war einfach über die Rückrunde hinweg", zog Trainer Schiek ein ernüchterndes Fazit. Der VfB beendete die Saison auf Rang 17 mit 36 Punkten, Kleve als 16. mit 41 Punkten. Gemeinsam geht es hinunter in die Landesliga.
Hombergs bitterer Abstieg nach zehn Jahren
Für den VfB Homberg bedeutet der Abstieg das Ende einer Ära. Nach zehn Jahren auf den vorderen Bühnen des niederrheinischen Fußballs – sieben Jahre Oberliga, drei Jahre Regionalliga West – muss der Klub wieder in der Sechstklassigkeit antreten. Die Saison hatte so vielversprechend begonnen. Nach zehn Spieltagen stand Homberg auf Platz zwei. „Und dann kam irgendwie ein Knick. Ich kann mir jetzt nicht erklären, woran das gelegen hat. Aber der hat sich dann einfach Spiel für Spiel durchgezogen. Und dann kamen wir aus dieser Abwärtsspirale einfach nicht mehr raus", fasste der Kapitän ratlos zusammen. In den letzten 17 Partien holte der VfB nur noch zwölf Punkte.
„Ich mache das jetzt seit 27 Jahren, und ich habe noch nie erlebt, dass es gut ausgeht, wenn du dich auf andere verlassen musst", hatte Abteilungsleiter Wolfgang Graf schon vor dem Spiel prophezeit. Er sollte recht behalten. Für Kleve ist es ebenfalls ein herber Rückschlag, nachdem das Team in den letzten acht Saisonspielen ungeschlagen geblieben war – der Endspurt half am Ende nicht mehr.
Die Aufstellungen:
Homberg: Schübel - Schütz, Shepard, Khurshudyan, Walker - Bode, Schaar (67. Müller), Thissen, Bartu (41. Daragmeh), Demiri - Blank (75. Laroche)
Kleve: Taner - Forster, Reffeling, Agbo, Darwish - Ismanovski, Bilali, Thuyl, Haal - Gerling (73. Kook), Heynen
Tore: 1:0 Bode (29.), 1:1 Ismanovski (53.), 1:2 Ismanovski (55.)
Schiedsrichter: Marc Waldbach
Homberg und Kleve trafen 7 Mal aufeinander — Homberg gewann 4 Mal, Kleve 2 Mal, dazu kamen 1 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2022 zurück. Homberg führt den Direktvergleich mit 4 Siegen aus 7 Begegnungen an. Insgesamt fielen 22 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.14 pro Spiel (15 für die Heimmannschaft, 7 für die Gäste). Beide Teams trafen in 3 Spielen (43%). In 5 Begegnungen (71%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Homberg ist in den letzten 4 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 2–2 im Jahr 2025.
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API-Daten: 18. Juni 2026