SV Sonsbeck feiert den Klassenerhalt in der Oberliga Niederrhein durch einen 4:2-Heimsieg gegen SC St. Tönis. Keisers-Doppelpack in den ersten vier Minuten legt den Grundstein.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungSV Sonsbeck sichert Klassenerhalt: Blitzstarter Keisers ebnet Weg zum 4:2 gegen SC St. Tönis
Der SV Sonsbeck hat am vorletzten Spieltag der Oberliga Niederrhein-Saison 2025/26 den Klassenerhalt perfekt gemacht. Die Mannschaft von Trainer Heinrich Losing besiegte den SC St. Tönis 1911/20 im Willy-Lemkens-Sportpark vor 320 Zuschauern mit 4:2 (3:1) und sicherte sich damit den Verbleib in der höchsten Amateurspielklasse des Niederrheins.
Furioser Beginn mit Keisers-Doppelpack
Die Partie begann mit einem Paukenschlag, wie ihn der Willy-Lemkens-Sportpark selten erlebt hat. Bereits nach 60 Sekunden schlug Klaus Keisers das erste Mal zu – der Stürmer traf flach ins rechte Eck zur frühen Führung. Kaum hatten sich die Gäste vom Schock erholt, stand Keisers in der 4. Minute erneut goldrichtig und erhöhte aus kürzester Distanz auf 2:0.
Doch der SC St. Tönis, der erst wenige Tage zuvor im Niederrheinpokal-Finale gegen den MSV Duisburg eine starke Leistung gezeigt hatte, steckte den Schock bemerkenswert schnell weg. Nach einer sehenswerten Kombination erzielte Yigit Taha Siyak – bei seinem Debüt für die erste Mannschaft – in der 7. Minute den Anschluss.
Doch die Antwort der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten. Nur zwei Minuten später – in der 9. Minute – nahm Niklas Binn aus rund 18 Metern Maß und schlenzte den Ball unhaltbar flach ins rechte untere Eck zum 3:1. Vier Tore in den ersten neun Minuten – eine furiose Anfangsphase, die den Rahmen des Gewohnten in der Oberliga Niederrhein bei Weitem sprengte.
Vorentscheidung per Elfmeter
Nach dem turbulenten Start beruhigte sich die Partie zusehends. Sonsbeck blieb die tonangebende Mannschaft, agierte gallig in den Zweikämpfen und erspielte sich weitere gute Gelegenheiten. Philip Pokora und Luca Janßen vergaben vielversprechende Chancen. Auf der Gegenseite scheiterte St. Tönis kurz vor der Pause aus kurzer Distanz am Querbalken. Mit dem 3:1-Vorsprung ging es in die Kabinen.
Auch nach dem Seitenwechsel machte Sonsbeck dort weiter, wo es aufgehört hatte. Robin Schoofs‘ Treffer zum vermeintlichen 4:1 wurde wegen Handspiels aberkannt (50. Minute). Kurz darauf war es dann aber so weit: Nach einem Foul von St. Tönis-Keeper Lucas Nießen an Niklas Binn zeigte Schiedsrichterin Amelie Lainka auf den Punkt. Philipp Elspaß übernahm die Verantwortung und verwandelte den Strafstoß souverän zum 4:1 (59.).
Doch der SC St. Tönis schlug postwendend zurück. Julian Andres Suaterna-Florez, der mit seinem 22. Saisontor einmal mehr seine Torgefährlichkeit unter Beweis stellte, verkürzte bereits in der 61. Minute auf 4:2.
Zittern bis zum Schluss
In der Folge drückten die Gäste, die in der zweiten Halbzeit deutlich besser im Spiel waren, auf den Anschlusstreffer. Sonsbeck geriet phasenweise gehörig unter Druck. „Wir mussten schon viel leiden, St. Tönis hatte nichts mehr zu verlieren“, gab Trainer Losing nach dem Spiel zu Protokoll. Die SVS-Defensive und Torhüter Kenan Mehmedovic hielten dem Druck jedoch stand, sodass die sechsminütige Nachspielzeit schadlos überstanden wurde.
Beim Abpfiff rollten die Fans ein Banner mit der Aufschrift „Klassenerhalt“ und die ersten der von den Verantwortlichen versprochenen Freibier-Liter wurden ausgegeben. Nicht nur Doppeltorschütze Keisers fiel sichtbar ein Stein vom Herzen. „Wir waren immer wieder gefährlich mit unseren schnellen Spielern. Auch wenn es zwischenzeitlich nicht gut aussah, haben wir in den letzten sieben bis acht Spielen überzeugt und sind froh, dass wir jetzt durch sind“, sagte Keisers im Anschluss.
Zehn Spieler verabschiedet
Der Heimsieg war zugleich der letzte Heimauftritt einer ganzen Reihe von Sonsbecker Spielern. Vor dem Spiel verabschiedete der Verein unter der Regie von Sportlichem Leiter Heiner Gesthüsen gleich zehn Spieler, die den SVS nach der Saison verlassen: Philip Pokora, Marco De Stefano, Semih Güngör, Mahmut Sahintürk, Lorik Rama, Leon Hammerschmidt, Florian Berisic, Kenan Mehmedovic, David Somodi und Tobias Meier. Letzterer erhielt dabei besonders großen Applaus. Gesthüsen lobte ihn mit den Worten: „Du bist nicht nur ein guter Fußballer, sondern vor allem ein überragender Typ, den wir hier nur ungerne gehen lassen. Aber niemals geht man so ganz.“
St. Tönis: Saison als Fünfter gesichert
Für den SC St. Tönis 1911/20 bedeutete die Niederlage, dass die Mannschaft von Trainer Bekim Kastrati die Saison auf Platz fünf beenden wird. „Wir haben katastrophal angefangen“, resümierte Kastrati. „Aber mit der Reaktion der Mannschaft nach dem 2:0 und mit der Leistung in der zweiten Halbzeit war ich zufrieden. Leider haben wir wieder ein Spiel gegen einen Abstiegskandidaten nicht gewinnen können.“
Mit Yigit Taha Siyak brachte Kastrati gleich zwei Talente aus der zweiten Mannschaft zum Einsatz – der 19-jährige Mittelfeldspieler bedankte sich mit einem Tor bei seinem Debüt. „Mit beiden war ich zufrieden“, so Kastrati über Siyak und Lukas Noczenski, die beide in der kommenden Saison fest zum Oberliga-Kader gehören werden.
Tabelle und Ausblick
Mit 42 Punkten kletterte Sonsbeck auf Rang zehn und hat am letzten Spieltag noch die Chance, die Saison beim bereits abgestiegenen Schlusslicht SV Biemenhorst versöhnlich abzuschließen. Für St. Tönis steht noch ein weiteres Highlight an: das Heimspiel gegen den VfB Hilden, das Kastrati als versöhnlichen Abschluss einer „verrückten Saison“ dienen soll.
Die Aufstellungen
Sonsbeck: Mehmedovic (90.+2 Somodi) - Miller (90.+1 Hammerschmidt), Schoofs, P. Elspaß, Leurs - Janßen (74. Raul), Meier, Pütz, Pokora (75. Krajac) - Binn (82. Güngör), Keisers (90.+5 Somodi)
SC St. Tönis: Nießen - Ilazi, Knops, Nakano (54. Nkamanyi), Nikolaou, Noczenski (59. Lufarenko), Ogbeide, Okihara (75. Heffungs), Siyak (59. Lomotey), Suaterna, Torrens (46. Pohlig)
Tore: 1:0 Keisers (1.), 2:0 Keisers (4.), 2:1 Siyak (7.), 3:1 Binn (9.), 4:1 Elspaß (FE/59.), 4:2 Suaterna (61.)
Zuschauer: 320
Schiedsrichterin: Amelie Lainka
Rivalität seit 2022
Sonsbeck vs SC St. Tönis Direkter Vergleich· 7
Sonsbeck und SC St. Tönis trafen 7 Mal aufeinander — Sonsbeck gewann 2 Mal, SC St. Tönis 2 Mal, dazu kamen 3 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2022 zurück. Insgesamt fielen 17 Tore in diesen Partien, im Schnitt 2.43 pro Spiel (9 für die Heimmannschaft, 8 für die Gäste). Beide Teams trafen in 4 Spielen (57%). In 4 Begegnungen (57%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 2–2 im Jahr 2025.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 18. Juni 2026