FV Ravensburg besiegt Bissingen 5:2 im letzten Heimspiel der Saison. Kenniche trifft doppelt, Lauenroth verabschiedet sich mit Tor und Vorlage.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungFV Ravensburg – FSV 08 Bietigheim-Bissingen 5:2 (2:2)
Ein gebührender Abschied für drei verdiente Spieler, eine furiose zweite Halbzeit und ein Tabellenplatz, der am Ende noch einmal zum Schmunzeln einlädt – der FV Ravensburg hat sich am vorletzten Spieltag der Oberliga Baden-Württemberg mit einem 5:2 (2:2)-Heimsieg gegen den bereits feststehenden Absteiger FSV 08 Bietigheim-Bissingen von seinem Heimpublikum verabschiedet.
Vor 1000 Zuschauern in der cteam-Arena im EBRA-Stadion Wiesental lieferten die Hausherren eine Partie mit allem, was das Amateurfußball-Herz begehrt: frühe Tore, eine zwischenzeitliche Schwächephase, eine spektakuläre zweite Hälfte und ein emotionaler Abschluss für drei Spieler, die den Verein nach vielen Jahren verlassen.
Ein Traumstart und ein fast verlorener Faden
Die Partie begann wie aus dem Bilderbuch – und das lag vor allem an einem Mann: Tim Lauenroth. Der Mittelfeldspieler, der den FV nach zwölf Jahren verlassen wird, durfte von Beginn an ran und erlebte seinen persönlichen Märchenabschluss. Bereits in der 8. Minute schlug er zu: Nach einem klasse Pass von Daniele Gabriele ließ Lauenroth dem Bissinger Schlussmann Lukas Röser keine Abwehrchance – 1:0.
Nicht einmal anderthalb Minuten später war Lauenroth erneut der Umschaltpunkt. Seine mustergültige Vorlage in den Lauf von Luan Kukic verwertete dieser eiskalt zum 2:0 (10.). Der FV war in dieser Phase nicht zu bremsen, die Partie schien früh vorentschieden.
„Bis dahin waren wir sehr gut im Spiel, dann haben wir die Spannung verloren und Bissingen stark gemacht“, analysierte FV-Trainer Rahman Soyudogru nach der Partie. Und tatsächlich: Nach dem 2:0 schalteten die Ravensburger einen Gang zurück – und Bissingen roch seine Chance.
Kurz vor der Pause drehten die Gäste mächtig auf. In der 40. Minute hätte Moritz Jeggle seinen Abschied ebenfalls mit einem Treffer krönen können, doch Patrick Scheele klärte seinen Kopfball kurz vor der Linie. Fünf Minuten später war es dann so weit: Nach einem Zweikampf zwischen Philipp Altmann und Bissingens Stürmer Alexander Götz landete der Ball glücklich bei Max Stumm, der FV-Torwart Heiko Holzbaur aus kurzer Distanz keine Chance ließ (43.).
In der Nachspielzeit der ersten Hälfte machte es Bissingen noch besser. Die Ravensburger Defensive ließ Kevin Ikpide völlig vergessen, der freistehend den 2:2-Pausenstand erzielte (45.+2). Eine faustdicke Überraschung nach einem derart dominanten Start.
„Wir haben dann schon gemerkt, dass etwas für uns drin ist“, sagte FSV-Trainer Daniel Zmpitas, dessen Mannschaft selbst noch minimale Hoffnungen auf den Klassenerhalt hatte.
Kenniche übernimmt die Regie – Ravensburg zieht davon
Was in der Kabine besprochen wurde, zeigte nach dem Seitenwechsel sofort Wirkung. Der FV kam mit neuer Energie und klarerer Ordnung aus der Kabine. In der 62. Minute war es Nesreddin Kenniche, der die Partie endgültig auf die Seite der Hausherren zog. Mit einer sehenswerten Ballmitnahme umkurvte er Bissingens Torwart Lukas Röser und schob zum 3:2 ein – eine Aktion von großer Klasse.
Bissingen steckte nicht auf und suchte die Antwort. Der agile Max Stumm, zweifellos der beste Gästespieler an diesem Nachmittag, tanzte sich auf einem Solo über den halben Platz durch die FV-Defensive, vergab jedoch die große Chance zum möglichen 3:3.
Das sollte sich rächen: In der 77. Minute schloss Matteo Grabherr, der kurz zuvor für Kukic eingewechselt worden war, einen weiteren Angriff zum 4:2 ab. Und nur fünf Minuten später setzte Kenniche den Schlusspunkt – sein zweiter Treffer des Tages zum 5:2 (82.) war die endgültige Entscheidung.
„Der FV hat verdient gewonnen“, gab Zmpitas nach dem Spiel zu. Für den FSV 08 Bietigheim-Bissingen bedeutete die Niederlage den endgültigen Gang in die Verbandsliga. „Wir werden alles daransetzen, in einem Jahr wieder zurück zu sein“, versprach der FSV-Coach.
Ein Abschied auf Raten – und ein Platz im oberen Tabellendrittel
Die Partie stand ganz im Zeichen von drei Spielern, die den FV Ravensburg nach vielen Jahren verlassen werden. Tim Lauenroth (28) kam als B-Jugendlicher zum FV, durchlief die gesamte Jugend und debütierte im Dezember 2019 in der Oberliga. Bei seiner Auswechslung in der 71. Minute standen ihm die Tränen nahe.
„Ich habe versucht, das Spiel zu genießen. Es war ein toller Rahmen, ich hatte extrem viel Spaß. Ein Tor und eine Vorlage waren da noch die Krönung“, sagte Lauenroth, der nach Informationen aus der Schwäbischen Zeitung seine Karriere künftig in der Verbandsliga fortsetzen wird. „Auch wenn ich zuletzt nicht mehr so viel gespielt habe, werde ich den FV immer im Blick haben.“
Auch Moritz Jeggle wechselt nach 230 Oberliga-Spielen in elf Jahren zum TSV Berg. „Das war ein total schöner Abschied, so geht man gerne. Bei meiner Auswechslung musste ich mich schon zusammenreißen“, gestand der 32-Jährige. Manuel Geiselhart, seit 2018 beim FV und mit 165 Oberliga-Partien einer der erfahrensten Defensivspieler, verabschiedete sich ebenfalls. Auch bei ihm blieb das ein oder andere Taschentuch nicht ungenutzt.
Durch den Heimsieg kletterte der FV Ravensburg am 33. Spieltag auf Rang vier der Abschlusstabelle – mit 57 Punkten aus 34 Partien (16 Siege, 9 Remis, 9 Niederlagen, 61:52 Tore). Ein starkes Ergebnis für die Mannschaft von Rahman Soyudogru, die sich in dieser Saison gegen die Topteams der Liga oft mehr als nur achtbar schlug.
Die Aufstellungen
FV Ravensburg: Holzbaur – Bleise, Geiselhart (78. Bachmann), Altmann, P. Schwarz – Jeggle (61. Wistuba), Daler (83. Musch) – Kenniche, Gabriele, Lauenroth (71. S. Schwarz) – Kukic (71. Grabherr)
FSV 08 Bietigheim-Bissingen: Röser – Scheele (83. Albrecht), Andric, Selimi, Lorch – Dautaj (88. Kuengienda), Keklik, Uslu – Stumm (69. Yalcin), Götz (88. Saljic), Ikpide
Tore: 1:0 Lauenroth (8.), 2:0 Kukic (10.), 2:1 Stumm (43.), 2:2 Ikpide (45.+2), 3:2 Kenniche (62.), 4:2 Grabherr (77.), 5:2 Kenniche (82.)
Schiedsrichter: Vincent Schöller
Zuschauer: 1.000
Rivalität seit 2020
FV Ravensburg vs Bissingen Direkter Vergleich· 10
FV Ravensburg und Bissingen trafen 10 Mal aufeinander — FV Ravensburg gewann 4 Mal, Bissingen 2 Mal, dazu kamen 4 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2020 zurück. FV Ravensburg führt den Direktvergleich mit 4 Siegen aus 10 Begegnungen an. Insgesamt fielen 44 Tore in diesen Partien, im Schnitt 4.40 pro Spiel (22 für die Heimmannschaft, 22 für die Gäste). Beide Teams trafen in 8 Spielen (80%). In 8 Begegnungen (80%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Bissingen ist in den letzten 6 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 3–4 im Jahr 2022.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 18. Juni 2026