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HC Elbflorenz Dresden schlägt Dessau-Roßlauer HV 37:34 und sichert sich Rang 3 mit Rekordpunktzahl
Spielbericht: HC Elbflorenz Dresden vs. Dessau-Roßlauer HV 06 37:34 (17:20) – 2. Handball-Bundesliga, 34. Spieltag. Elbflorenz sichert sich Rang 3 mit Rekordpunktzahl. Tore, Highlights und Analyse.
Am 34. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga Saison 2025/26 empfing der HC Elbflorenz Dresden am 6. Juni 2026 den Dessau-Roßlauer HV 06 in der ausverkauften BallsportArena Dresden. Was sich zunächst als offener Schlagabtausch auf Augenhöhe präsentierte, entwickelte sich zu einem denkwürdigen Saisonfinale. Elbflorenz setzte sich am Ende mit 37:34 (17:20) durch und sicherte sich mit 50 Punkten den dritten Tabellenplatz – eine neue Vereinsbestmarke.
Dessau überzeugt in der ersten Halbzeit
Beide Teams begannen mit hohem Tempo. Bereits nach fünf Minuten stand es 5:3, nach zehn Minuten 10:8. Die Abwehrreihen hatten in dieser Phase wenig entgegenzusetzen, beide Mannschaften schlossen ihre Angriffe konsequent ab. Wie schon im Hinspiel (42:34 für Dresden) wurde mit offenem Visier gespielt. Mitte der ersten Halbzeit steigerte sich Dessau defensiv und ging in der 19. Minute mit 14:12 in Führung.
Der HC Elbflorenz verlor daraufhin den Rhythmus, blieb mehrere Angriffe ohne Tor und stellte zwischenzeitlich auf Sieben-gegen-Sechs um. Trainer André Haber reagierte mit Auszeiten, doch die Gäste setzten sich weiter ab. Die Dresdner fanden weder defensiv Zugriff noch offensiv Lösungen. Dessau zog auf 20:17 davon – ein verdienter Pausenstand. Besonders auffällig waren die Brüder Fritz-Leon und Carl-Philip Haake auf Seiten der Gäste.
Kapitän Greß leitet die Wende ein
Nach dem Seitenwechsel blieb die Intensität hoch, Dessau verteidigte zunächst seine Führung. Doch angeführt von Kapitän Sebastian Greß kämpfte sich Dresden heran. Nach einem Ballgewinn verkürzte Greß und glich wenig später spektakulär per Kempa-Trick aus – ein Schlüsselmoment, der die BallsportArena zum Beben brachte.
In der Folge übernahmen beide Torhüter eine tragende Rolle, während das Tempospiel besser kontrolliert wurde. Beim 27:26 ging der HC Elbflorenz erstmals wieder in Führung. Die Schlussphase gestaltete sich offen. Beim Stand von 30:30 nahm Haber eine weitere Auszeit – der entscheidende Schachzug. Doruk Pehlivan und Viktor Norberg trafen anschließend, während Dessau zunehmend den Faden verlor.
Dierberg macht den Deckel drauf
Dresden baute die Führung aus und überzeugte nun vor allem defensiv. Spätestens mit dem 35:32 durch Julius Dierberg in der 58. Minute war die Partie entschieden. Dierberg avancierte mit acht Treffern (davon fünf per Siebenmeter) zum erfolgreichsten Werfer der Hausherren. Am Ende hieß es 37:34 – der vierte Derby-Sieg für Elbflorenz in Folge.
Rekordpunktzahl und Platz drei
Mit dem Sieg beendete der HC Elbflorenz die Saison mit 50 Punkten auf Rang drei – eine Rekordausbeute für den sächsischen Klub. Meister HBW Balingen-Weilstetten (57 Punkte) und Vizemeister SG BBM Bietigheim (56 Zähler) waren in dieser Spielrunde nicht mehr einzuholen, doch Trainer André Haber zeigte sich hochzufrieden: "Es war ein sehr schnelles Handballspiel, vor allem in den ersten 30 Minuten. Es war Wahnsinn, wie viele Angriffe es gab. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben. Jetzt stehen wir mit 50 Punkten da – da kann sich die Saison schon sehen lassen."
Mit Blick auf die kommende Saison fügte Haber hinzu: "Natürlich hatten wir auch Frust, dass es nicht zum Aufstieg gelangt hat. Wir hatten schon etwas Zeit, diesen Frust zu verarbeiten. Nächstes Jahr greifen wir wieder an."
Dessaus Trainer sieht Erfahrung als Unterschied
Dessau-Roßlauer HV 06 beendet die Saison im unteren Tabellenmittelfeld. Trainer Vanja Radic zog nach dem Derby ein gemischtes Fazit: "Wir wussten, wie schwer dieses Spiel werden würde – nicht nur, weil es ein Derby war, sondern auch, weil Dresden zu den besten Mannschaften der Liga gehört. Wir haben heute ein sehr gutes Spiel abgeliefert, das uns viel Kraft gekostet hat. Am Ende haben die größere Erfahrung und die zahlreichen Wechselmöglichkeiten, die Dresden von der Bank bringen konnte, den Unterschied ausgemacht."
Bester Torschütze der Partie war Dessaus Marcel Nowak mit zehn Treffern. Bei den Gastgebern trafen neben Dierberg (8) auch Lukas Wucherpfennig und Sebastian Greß (je 5) sowie Oliver Seidler (4) besonders häufig. Die Brüder Carl-Philip (7 Tore) und Fritz-Leon Haake (3) sorgten auf Dessauer Seite für Gefahr.
Direkter Vergleich: Elbflorenz baut Serie aus
Mit dem 37:34-Sieg baute der HC Elbflorenz seine beeindruckende Serie im Direktvergleich aus. Von 15 Aufeinandertreffen seit 2017 gewann Dresden nun neun, Dessau sechs. Elbflorenz ist seit drei Partien ungeschlagen gegen den Rivalen aus Sachsen-Anhalt. Das torreichste Duell bleibt das Hinspiel dieser Saison, das Dresden mit 42:34 für sich entschied. Insgesamt fielen in den 15 Begegnungen stolze 844 Tore – ein Schnitt von 56,3 pro Partie.